25 Jahre Ulrika-Nisch-Haus
In diesem Jahr können die Stiftung Ulrika Nisch und die Kirchengemeinde St. Cornelius und Cyprian Mittelbiberach auf das 25-jährige Bestehen des Ulrika-Nisch-Hauses zurückblicken. Dies ist ein Grund dankbar dafür zu sein, was in den zurückliegenden Jahren im Ulrika-Nisch-Haus bewirkt werden konnte. Ebenso ist es ein Grund das Bestehen dieser Einrichtung zum runden Jubiläum zu feiern. Im Jahr 1999 erwarb die Kirchengemeinde das Haus, in dem die Selige Schwester Ulrika am 18.09.1882 in Mittelbiberach geboren wurde. Ulrika Nisch trat dem Orden der Ingenbohler Schwestern bei und verbrachte die letzte Zeit ihres Lebens im Kloster Hegne am Bodensee. Sie wurde nur 31 Jahre alt und starb am 08.05.1913. Im Jahr 1987 wurde sie vom damaligen Papst Johannes Paul II seliggesprochen. Der Erwerb des Geburtshauses war für die Kirchengemeinde unter ihrem damaligen Ortspfarrer Pater Alfred Tönnis eine Aufgabe und Chance zugleich. Es bestand rasch Einigkeit, dass in diesem Haus eine Einrichtung geschaffen werden soll, die die Werte der Seligen Schwester Ulrika verkörpert. So beschloss die Kirchengemeinde in diesem Haus junge Frauen aufzunehmen, die sich in besonderer Not im Zusammenhang mit der Schwangerschaft oder einem neu geborenen Kind befinden. Am 18.09.2003 wurde die kirchliche Stiftung Ulrika Nisch gegründet, die sich seither um das Ulrika-Nisch-Haus kümmert. Die Stiftung versucht in ihrem Wirken wesentliche Merkmale des Lebens der Seligen Schwester Ulrika wie die liebevolle Hinwendung zu hilfsbedürftigen Menschen sowie Hingabe und Demut in der heutigen Gesellschaft zur Geltung zu bringen. Im Ulrika-Nisch-Haus befinden sich vier kleine Wohnungen mit einer Größe zwischen 29 und 37 m². Die Stiftung gewährt den Müttern Wohnung und Unterkunft zu günstigen Bedingungen. Zudem erhalten die im Ulrika-Nisch-Haus wohnenden Frauen eine der jeweiligen Situation angemessene soziale Betreuung durch Fachkräfte. Das Betreuungsangebot ist auf die Unterstützung der kleinen Familie ausgerichtet und in andere Hilfsangebote eingebunden. Die Stiftung sieht ihre Hauptaufgabe darin, den im Ulrika-Nisch-Haus lebenden Frauen einen Rückzug und eine Ruhezeit zu ermöglichen. Die Phase der Geburt und das anschließende Zusammenwachsen mit dem kleinen Kind sollen in einem behüteten und strukturierten Umfeld erfolgen. Die Frauen sollen die Möglichkeit haben, sich unterstützt durch eigene und auch externe Hilfeleistungen mit ihren Problemen auseinanderzusetzen, eine Neuorientierung zu finden und gefestigt und ermutigt nach der Zeit im Ulrika-Nisch-Haus das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Seit Bestehen der Einrichtung haben 74 Frauen und deren Kinder im Ulrika-Nisch-Haus gelebt. Von vielen ehemaligen Bewohnerinnen erhalten die Verantwortlichen der Stiftung positive Rückmeldungen. Die Zeit im Ulrika-Nisch-Haus brachte in vielen Fällen eine wichtige Lebensorientierung und eine Ermutigung der Mütter für sich und im Umgang mit ihren kleinen Kindern. Aufgabe und Bemühen der Stiftung ist es, auch in Zukunft für hilfsbedürftige Frauen und deren Kinder da zu sein und sie mit Wohnung und Betreuung zu unterstützen. Dabei stellen sich die Verantwortlichen auch neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und neuen Entwicklungen bei vorhandenen Hilfsangeboten. Der Zweck der Stiftung ist für Anpassungen und Weiterentwicklungen offen. Deshalb ist der Rückblick auf die 25 Jahre gleichzeitig ein Ausblick mit dem Ziel, sich den neuen Aufgaben und Anforderungen im aktuellen Umfeld zur weiteren Entwicklung des Ulrika-Nisch-Hauses zu stellen. Das Geschehen in und um das Ulrika-Nisch-Haus und das in 25 Jahren Geschaffene sind Grund für tiefe Dankbarkeit und Freude. Dies soll bei einem kleinen Festakt am Sonntag, 27.10.2024 gefeiert werden. Um 10:00 Uhr findet ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche in Mittelbiberach mit Herrn Weihbischof Thomas Maria Renz statt. Dazu sind alle eingeladen, die mit den Ulrika Nisch Haus verbunden sind, insbesondere die vielen Ansprechpartner, Mitstreiter und Unterstützer der letzten 25 Jahre, die zahlreichen Spender und die gesamte Kirchengemeinde. Anschließend findet ein Stehempfang im Pfarrhaus statt, zu dem alle eingeladen sind.
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